Galerieinfo
zur Ausstellung
"Gastmähler" in der auf gegenständliche Malerei spezialisierten Galerie beim Hamburger Grossneumarkt - Arbeiten von 2 jungen engagierten Künstlern, die die gegenständliche Malerei, wie z.B. der Chemnitzer Künstler Michael Goller, bis an deren Grenzen weiter entwickeln.
Thematischer Mittelpunkt der Arbeiten sind alle Aspekte von
"Gastmählern" - und damit das Wesen von Aufnahme und
Freundlichkeit in der Heimat und mehr noch in der Fremde . Ein Thema,
das angesichts der aktuellen Bedrohungslage verstärkt in den
Mittelpunkt auch einer künstlerischen Auseinandersetzung
rückt : Das Fremde wird in vielen Kulturen und zunehmend auch
in unserer liberalen Gesellschaft als bedrohlich abgewiesen. Dem steht
das Verständnis eines einladenden Tisches und der freundlichen
Neugier auf das Andere als positive aber eben in Gefahr geratene
Alternative gegenüber.
Galerieinfo zu den Arbeiten von Michael Goller
Der junge Chemnitzer Künstler Michael Goller hebt sich mit
seiner Farb- und Formensprache positiv von manch anregungsloser
Gegenwartsmalerei ab. Er experimentiert mit Schriften und Formen, mit
Farben und Materialien. Seine Kunst ist konzeptionell sehr durchdacht
und ist dennoch im Ergebnis von poetischer Leichtigkeit. Gerade viele
seiner Mischtechniken auf Papier beeindrucken mich durch ihre
Vielfältigkeit und einer Körperlichkeit, die man bei
diesen Materialien nicht ohne weiteres erwartet.
Michael Goller erzählt uns mit seinen Mischtechniken
auf Papier und Leinwand Geschichten.
Er komponiert in seine Bilder Versatzstücke und Botschaften
einer permanent kommunizierenden Welt. Aufgetragene Wortfetzen und
Buchstaben sind dennoch so stilisiert, dass sie sich einer
flüchtigen Entzifferung entziehen.
Michael Goller ist ein täglicher Zeichner und sensibler Beobachter. Seit einigen Jahren zeichnet er regelmäßig auch kleine Aktskizzen direkt vor dem Modell. Diese ebenso eleganten wie leichten Skizzen gehen später in seine größeren Arbeiten ein – haben aber auch als eigenständiger künstlerischer Ausdruck Bestand.
Finissage:
GLOBAL SYMPOSION
Eine Installation der russischen Künstlergruppe
ARTrioLibAAA, Sonnabend, den 28. Oktober 2006 / ab 18h
Die Ausstellung "Gastmähler" in der galerie carstensen ist Anlass
für die Installation
GLOBAL SYMPOSION Objekte und Video von ARTrioLibAAA
Mit der aus dem Keller der Galerie herausgehenden und raumgreifenden
Installation verknüpfen und verschränken die aus der
Ukraine stammenden Künstler AAArina, Velery Liba und Vitaly
Liba Objekte und Filme miteinander.
Der Titel bezieht sich einerseits auf den altgriechischen Ausdruck
für Gastmahl und ist anderseits eine Anspielung auf die
Formänderung des ursprünglichen Sinns eines
Symposions in der modernen Zeit. Für die Griechen der Antike
stand die weltoffene Geselligkeit im Mittelpunkt eines einladenden
Miteinander. Aber was prägt ein Gastmahl heute? Gibt es noch
das unvoreingenommene Bei- und Miteinander?
Das Thema wird aus dem Blickwinkel der jungen Künstlergruppe
ARTrioLibAAA untersucht und in Form einer Film-Collage sowie in
unterschiedlichen Objekten verfolgt. Dabei werden zahlreiche
Verhaltensnormen unserer modernen Kultur und des gemeinsamen Essens in
Frage hinterfragt und ein Nachdenken über den Sinn der
Symposien und einladenden Mählern belebt.
Pressestimme:
Mahl in Farben
Ausstellung Gastmähler in der Neustadt
„...„Sinn“-voll sind die Bilder
von Michael Goller. Im Gemälde
„Mittweida“, seinem Studienort, demonstrieren
Kommilitonen gegen Studieninhalte, die die Kreativität stark
einschränken. Personen und Umgebung sind abstrakt gemalt, die
Kritik an der Technokratie auf dem Demo-Plakat sehr konkret, fast schon
gezeichnet dargestellt. Aus der Ferne wirkt das Gemälde wie
eine Schwarzweiß-Fotografie, doch bei näherem
Hinschauen erschließen sich die subtilen Nuancen der
Schatten. „ In jedem Dunkel sind Farben enthalten“,
erklärt der 32-jährige Chemnitzer seine
Schaffensphilosophie. Besonders auffällig im Öl-Bild
„Commercial Springtime“ : Ein giftiges
Grün mit Hang zur Farbe Lind-Grün, die zu DDR-Zeiten
als so exotisch empfunden wurde, dass man sie
„Bali-Gelb“ nannte. Kontrast im Alltagsgrau. Dass
Grau sehr lebendig sein kann, zeigen seine mit Kaffee und Tee lavierten
Landschaftsszenen. "
Dr. Martin Pauli, pauli-m@t-online.de, Hamburg 09/2006
Das Gastmahl
2003, Öl auf Leinwand, 125 x 160 cm
Privatbesitz, Dresden
Der Bilderbetrachter
2005, Mischtechnik auf Papier, 65 x 95 cm
Privatbesitz, München