Gastmähler

Galerie Carstensen Hamburg 16.9. - 28.10.2006

bildGalerieinfo zur Ausstellung
"Gastmähler" in der auf gegenständliche Malerei spezialisierten Galerie beim Hamburger Grossneumarkt - Arbeiten von 2 jungen engagierten Künstlern, die die gegenständliche Malerei, wie z.B. der Chemnitzer Künstler Michael Goller, bis an deren Grenzen weiter entwickeln.
Thematischer Mittelpunkt der Arbeiten sind alle Aspekte von "Gastmählern" - und damit das Wesen von Aufnahme und Freundlichkeit in der Heimat und mehr noch in der Fremde . Ein Thema, das angesichts der aktuellen Bedrohungslage verstärkt in den Mittelpunkt auch einer künstlerischen Auseinandersetzung rückt : Das Fremde wird in vielen Kulturen und zunehmend auch in unserer liberalen Gesellschaft als bedrohlich abgewiesen. Dem steht das Verständnis eines einladenden Tisches und der freundlichen Neugier auf das Andere als positive aber eben in Gefahr geratene Alternative gegenüber.

Galerieinfo zu den Arbeiten von Michael Goller
Der junge Chemnitzer Künstler Michael Goller hebt sich mit seiner Farb- und Formensprache positiv von manch anregungsloser Gegenwartsmalerei ab. Er experimentiert mit Schriften und Formen, mit Farben und Materialien. Seine Kunst ist konzeptionell sehr durchdacht und ist dennoch im Ergebnis von poetischer Leichtigkeit. Gerade viele seiner Mischtechniken auf Papier beeindrucken mich durch ihre Vielfältigkeit und einer Körperlichkeit, die man bei diesen Materialien nicht ohne weiteres erwartet.

Michael Goller erzählt uns mit seinen Mischtechniken auf Papier und Leinwand Geschichten.
Er komponiert in seine Bilder Versatzstücke und Botschaften einer permanent kommunizierenden Welt. Aufgetragene Wortfetzen und Buchstaben sind dennoch so stilisiert, dass sie sich einer flüchtigen Entzifferung entziehen.

Michael Goller ist ein täglicher Zeichner und sensibler Beobachter. Seit einigen Jahren zeichnet er regelmäßig auch kleine Aktskizzen direkt vor dem Modell. Diese ebenso eleganten wie leichten Skizzen gehen später in seine größeren Arbeiten ein – haben aber auch als eigenständiger künstlerischer Ausdruck Bestand.

bildFinissage: GLOBAL SYMPOSION
Eine Installation der russischen Künstlergruppe ARTrioLibAAA, Sonnabend, den 28. Oktober 2006 / ab 18h
Die Ausstellung "Gastmähler" in der galerie carstensen ist Anlass für die Installation
GLOBAL SYMPOSION Objekte und Video von ARTrioLibAAA
Mit der aus dem Keller der Galerie herausgehenden und raumgreifenden Installation verknüpfen und verschränken die aus der Ukraine stammenden Künstler AAArina, Velery Liba und Vitaly Liba Objekte und Filme miteinander.
Der Titel bezieht sich einerseits auf den altgriechischen Ausdruck für Gastmahl und ist anderseits eine Anspielung auf die Formänderung des ursprünglichen Sinns eines Symposions in der modernen Zeit. Für die Griechen der Antike stand die weltoffene Geselligkeit im Mittelpunkt eines einladenden Miteinander. Aber was prägt ein Gastmahl heute? Gibt es noch das unvoreingenommene Bei- und Miteinander?
Das Thema wird aus dem Blickwinkel der jungen Künstlergruppe ARTrioLibAAA untersucht und in Form einer Film-Collage sowie in unterschiedlichen Objekten verfolgt. Dabei werden zahlreiche Verhaltensnormen unserer modernen Kultur und des gemeinsamen Essens in Frage hinterfragt und ein Nachdenken über den Sinn der Symposien und einladenden Mählern belebt.

bildPressestimme:  Mahl in Farben
Ausstellung Gastmähler in der Neustadt
„...„Sinn“-voll sind die Bilder von Michael Goller. Im Gemälde „Mittweida“, seinem Studienort, demonstrieren Kommilitonen gegen Studieninhalte, die die Kreativität stark einschränken. Personen und Umgebung sind abstrakt gemalt, die Kritik an der Technokratie auf dem Demo-Plakat sehr konkret, fast schon gezeichnet dargestellt. Aus der Ferne wirkt das Gemälde wie eine Schwarzweiß-Fotografie, doch bei näherem Hinschauen erschließen sich die subtilen Nuancen der Schatten. „ In jedem Dunkel sind Farben enthalten“, erklärt der 32-jährige Chemnitzer seine Schaffensphilosophie. Besonders auffällig im Öl-Bild „Commercial Springtime“ : Ein giftiges Grün mit Hang zur Farbe Lind-Grün, die zu DDR-Zeiten als so exotisch empfunden wurde, dass man sie „Bali-Gelb“ nannte. Kontrast im Alltagsgrau. Dass Grau sehr lebendig sein kann, zeigen seine mit Kaffee und Tee lavierten Landschaftsszenen. "
Dr. Martin Pauli, pauli-m@t-online.de, Hamburg 09/2006

gastmahl

Das Gastmahl
2003, Öl auf Leinwand, 125 x 160 cm
Privatbesitz, Dresden

der Bilderbetrachter

Der Bilderbetrachter
2005, Mischtechnik auf Papier, 65 x 95 cm
Privatbesitz, München