konkretes Vergessen - Zwei Serien auf Papier

Heck-Art-Galerie/Verein Kunst für Chemnitz 6.9. - 30.10.2004

Unter dem Titel "konkretes Vergessen" sind zwei Serien auf Papier zu sehen. Die Dualität von Zeichen und Bild wird ausgelotet. Die erste Serie - ein Text aus dem Neuen Testament linkshändig mit Tusche auf Transparentpapier geschrieben auf insgesamt 19 Blättern - wurde nach dem Schreibprozess neu angeordnet. Die nun entstandene Fläche mit gestischen malerischen Strukturen bearbeitet. Dieses Bild wieder auseinander genommen. Zusammenhalt und Individualisierung - ein Zwiespalt der heutigen Gesellschaft - wird nicht als zerreißend, sondern als notwendig ergänzend im Schaffen nachvollzogen. In der Ausstellung sind die von hinten beleuchteten Einzelblätter zu sehen.

erste Serie zum Text aus dem Neuen Testament (Bergpredigt), 19 Einzelblätter á 30 x 20 cm auf Transparentpapier:

alle Bilder im Textzusammenhang

bild der Text zum Nachlesen nach Martin Luther:
1. Da er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich,
und seine Jünger traten zu ihm.
2. Und er tat seinen Mund auf, lehrete sie und sprach:
3. Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr.
4. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
5. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
6. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn
sie sollen satt werden.
7. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
8. Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden GOtt schauen.
9. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden GOttes Kinder heißen.
10. Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das
Himmelreich ist ihr.
11. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen
und verfolgen und reden allerlei Übles wider euch, so sie daran lügen.
12. Seid fröhlich und getrost, es wird euch im Himmel wohl belohnt
werden! Denn also haben sie verfolget die Propheten, die vor euch
gewesen sind.
13. ihr seid das Salz der Erde. Wo nun das Salz dumm wird, womit soll
man salzen? Es ist zu nichts hinfort nütze, denn daß man es
hinausschütte und lasse es die Leute zertreten.
14. Ihr seid das Licht der Welt. Es mag die Stadt, die auf einem Berge
liegt, nicht verborgen sein.
15. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen
Scheffel, sondern auf einen Leuchter, so leuchtet es denen allen, die
im Hause sind.
16. Also lasset euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten
Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
17. Ihr sollt nicht wähnen, daß ich kommen bin, das Gesetz oder die
Propheten aufzulösen. Ich bin nicht kommen aufzulösen, sondern zu
erfüllen.
18. Denn ich sage euch: Wahrlich, bis daß Himmel und Erde vergehe,
wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz,
bis daß es alles geschehe.
19. Wer nun eins von diesen kleinsten Geboten auflöset und lehret die
Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber
tut und lehret, der wird groß heißen im Himmelreich.
20. Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser denn der
Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich
kommen.
21. Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht
töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein.
22. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des
Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des
Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers
schuldig.
23. Darum wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und wirst allda
eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe,
24. so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und
versöhne dich mit deinem Bruder und alsdann komm und opfere deine Gabe.
25. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm
auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst
überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener,
und werdest in den Kerker geworfen.
26. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen herauskommen,
bis du auch den letzten Heller bezahlest.
27. Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht
ehebrechen.
28. Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansiehet, ihrer zu begehren, der
hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.
29. Ärgert dich aber dein rechtes Auge; so reiß es aus und wirf's von
dir. Es ist dir besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der
ganze Leib in die Hölle geworfen werde.
30. Ärgert dich deine rechte Hand, so haue sie ab, und wirf sie von
dir. Es ist dir besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der
ganze Leib in die Hölle geworfen werde.
31. Es ist auch gesagt: Wer sich von seinem Weibe scheidet, der soll
ihr geben einen Scheidebrief.
32. Ich aber sage euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet (es sei
denn um Ehebruch), der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine
Abgeschiedene freiet, der bricht die Ehe.
33. Ihr habt weiter gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst
keinen falschen Eid tun und sollst GOtt deinen Eid halten.
34. Ich aber sage euch, daß ihr allerdinge nicht schwören sollt, weder
bei dem Himmel, denn er ist GOttes Stuhl;
35. noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel; noch bei
Jerusalem, denn sie ist eines großen Königs Stadt.
36. Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst
nicht ein einiges Haar weiß oder schwarz zu machen.
37. Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein; was darüber ist, das ist
vom Übel.
38. Ihr habt gehört, daß da gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn.
39. Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel,
sondern so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem
biete den andern auch dar.
40. Und so jemand mit dir rechten will und deinen Rock nehmen, dem laß
auch den Mantel.
41. Und so dich jemand nötiget eine Meile, so gehe mit ihm zwo.
42. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht von dem, der dir
abborgen will.
43. Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben
und deinen Feind hassen.
44. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen,
tut wohl denen, die euch hassen, bittet für die, so euch beleidigen und
verfolgen,
45. auf daß ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel Denn er läßt seine
Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und lässet regnen über
Gerechte und Ungerechte.
46. Denn so ihr liebet, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn
haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner?
47. Und so ihr euch nur zu euren Brüdern freundlich tut, was tut ihr
Sonderliches? Tun nicht die Zöllner auch also?
48. Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel
vollkommen ist.
Das 6. Kapitel
1. Habt acht auf eure Almosen, daß ihr die nicht gebet vor den Leuten,
daß ihr von ihnen gesehen werdet; ihr habt anders keinen Lohn bei eurem
Vater im Himmel.
2. Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht lassen vor dir posaunen,
wie die Heuchler tun in den Schulen und auf den Gassen, auf daß sie von
den Leuten gepreiset werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren
Lohn dahin.
3. Wenn du aber Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen,
was die rechte tut,
4. auf daß dein Almosen verborgen, sei; und dein Vater, der in das
Verborgene siehet, wird dir's vergelten öffentlich.
5. Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler, die da
gerne stehen und beten in den Schulen und an den Ecken auf den Gassen,
auf daß sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie
haben ihren Lohn dahin.
6. Wenn du aber betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließe die
Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in
das Verborgene siehet, wird dir's vergelten öffentlich.
7. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden;
denn sie meinen, sie werden erhöret, wenn sie viel Worte machen.
8. Darum sollt ihr euch ihnen nicht gleichen. Euer Vater weiß, was ihr
bedürfet, ehe denn ihr ihn bittet.
9. Darum sollt ihr also beten: Unser Vater in dem Himmel! Dein Name
werde geheiliget.
10. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel.
11. Unser täglich Brot gib uns heute.
12. Und vergib uns unsere Schulden, wie wir unsern Schuldigern vergeben.
13. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem
Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in
Ewigkeit. Amen.
14. Denn so ihr den Menschen ihre Fehle vergebet, so wird euch euer
himmlischer Vater auch vergeben.
15. Wo ihr aber den Menschen ihre Fehle nicht vergebet, so wird euch
euer Vater eure Fehle auch nicht vergeben.
16. Wenn ihr fastet, sollt' ihr nicht sauer sehen wie die Heuchler;
denn sie verstellen ihre Angesichte, auf daß sie vor den Leuten
scheinen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren
Lohn dahin.
17. Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht,
18. auf daß du nicht scheinest vor den Leuten mit deinem Fasten,
sondern vor deinem Vater, welcher verborgen ist; und dein Vater, der in
das Verborgene siehet, wird dir's Vergelten öffentlich.
19. Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten
und der Rost fressen, und da die Diebe nach graben und stehlen.
20. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, da sie weder Motten noch Rost
fressen, und da die Diebe nicht nach graben noch stehlen.
21. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.
22. Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn dein Auge einfältig ist, so
wird dein ganzer Leib licht sein.
23. Wenn aber dein Auge ein Schalk ist, so wird dein ganzer Leib
finster sein. Wenn aber das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie
groß wird dann die Finsternis selber sein!
24. Niemand kann zweien Herren dienen. Entweder er wird einen hassen
und den andern lieben, oder wird einem anhangen und den andern
verachten. Ihr könnt nicht GOtt dienen und dem Mammon.
25. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen
und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet.
Ist nicht das Leben mehr denn die Speise und der Leib mehr denn die
Kleidung?
26. Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten
nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater
nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?
27. Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Eile zusetzen möge, ob
er gleich darum sorget?
28. Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem
Felde, wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.
29. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht
bekleidet gewesen ist als derselbigen eins.
30. So denn GOtt das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute
stehet und morgen in den Ofen geworfen wird, sollt' er das nicht viel
mehr euch tun, o ihr Kleingläubigen?
31. Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, was
werden wir trinken, womit werden wir uns kleiden?
32. Nach solchem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer
Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet.
33. Trachtet am ersten nach dem Reich GOttes und nach seiner
Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.
34. Darum sorget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag
wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine
eigene Plage habe.
Das 7. Kapitel
1. Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet!
2. Denn mit welcherlei Gerichte ihr richtet, werdet ihr gerichtet
werden, und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden.
3. Was siehest du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirst
nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?
4. Oder wie darfst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den
Splitter aus deinem Auge ziehen! und siehe, ein Balken ist in deinem
Auge?
5. Du Heuchler, zieh am ersten den Balken aus deinem Auge; danach
besiehe, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest!
6. Ihr sollt das Heiligtum nicht den Hunden geben und eure Perlen
sollt ihr nicht vor die Säue werfen, auf daß sie dieselbigen nicht
zertreten mit ihren Füßen und sich wenden und euch zerreißen.
7. Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet
an, so wird euch aufgetan.
8. Denn wer da bittet, der empfängt, und wer da suchet, der findet,
und wer da anklopft, dem wird aufgetan.
9. Welcher ist unter euch Menschen, so ihn sein Sohn bittet ums Brot,
der ihm einen Stein biete?
10. Oder so er ihn bittet um einen Fisch, der ihm eine Schlange
biete?11. So denn ihr, die ihr doch arg seid, könnt dennoch euren
Kindern gute Gaben geben, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes
geben denen, die ihn bitten!
12. Alles nun, was ihr wollet, daß euch die Leute tun sollen, das tut
ihr ihnen; das ist das Gesetz und die Propheten.
13. Gehet ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit, und der
Weg ist breit, der zur Verdammnis abführet; und ihrer sind viel, die
darauf wandeln.
14. Und die Pforte ist enge, und der Weg ist schmal, der zum Leben
führet; und wenig ist ihrer, die ihn finden.
15. Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern
zu euch kommen! Inwendig aber sind sie reißende Wölfe.
16. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben
lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?
17. Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein
fauler Baum bringet arge Früchte.
18. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler
Baum kann nicht gute Früchte bringen.
19. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen
und ins Feuer geworfen.
20. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.
21. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HErr, HErr! in das
Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel
22. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: HErr, HErr, haben wir
nicht in deinem Namen geweissaget, haben wir nicht in deinem Namen
Teufel ausgetrieben, haben wir nicht in Namen viel Taten getan?
23. Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt;
weichet alle von mir, ihr Übeltäter!
24. Darum wer diese meine Rede höret und tut sie, den vergleiche ich
einem klugen Mann, der sein Haus auf einen Felsen bauete.
25. Da nun ein Platzregen fiel, und ein Gewässer kam, und weheten die
Winde und stießen an das Haus, fiel es doch nicht; denn es war auf
einen Felsen gegründet.
26. Und wer diese meine Rede höret und tut sie nicht, der ist einem
törichten Mann gleich, der sein Haus auf den Sand bauete.
27. Da nun ein Platzregen fiel, und kam ein Gewässer, und weheten die
Winde und stießen an das Haus, da fiel es und tat einen großen Fall.
28. Und es begab sich, da Jesus diese Rede vollendet hatte, entsetzte
sich das Volk über seine Lehre.
29. Denn er predigte gewaltig und nicht
wie die Schriftgelehrten.
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zweite Serie (Stillleben), sechs Einzelblätter á 30 x 20 cm auf geografischen Karten:

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