Querschlag
- geistig-visuelle Provokation auf künstlerischer Ebene
Im
Zeitalter einseitig-vektoriell gesteuerter Massenkommunikation und
oberflächlicher Reizüberflutung, in der der Rezeptor
als menschliches Individuum aus dialektischer Sicht immer mehr auf der
Strecke bleibt und in einen scheinbar unabwendbaren Prozess
zwischenmenschlicher Kommunikationsverarmung hineingepresst bzw.
„-entwickelt“ wird, versucht die in Chemnitz am 8. April 2003 gegründete Künstlergruppe Querschlag einen eigenen, unverwechselbar künstlerischen Individualismus junger sächsischer Künstler auf kommunikativer Ebene zu etablieren.
Michael Goller, Dirk Hanus, Michael Knauth und Peter Piek sehen sich
aus diesem Grunde nicht nur als individuelle Verwirklicher ihrer
eigenen künstlerischen Ideen und Kreativitäten
– sondern wollen durch die in Querschlag praktisch vollzogene
Zusammenführung ihrer verschiedenen, z.T.
äußerst facettenreichen Schaffenscharaktere aktiv
einen unverwechselbaren Kommunikationsprozess begründen, der
besonders dem außenstehenden Betrachter bzw. Rezeptor mittels
der vor diesem Hintergrund entstandenen Arbeiten aktiv erlebbar gemacht
werden soll.
Michael
Goller und Peter Piek, die ihren Intentionen und den in erster Linie
auf persönlichen Eindrücken basierenden
Gedankenwelten mit malerischen Mitteln Ausdruck verleihen, stehen dabei
mit Dirk Hanus und Michael Knauth zwei Künstler
gegenüber, die auf dem Gebiet der Fotografie bzw. Konzeptkunst
scheinbar ganz andere schöpferisch-induktive
Kommunikationswege nutzen.
Durch den unübersehbaren Plattformcharakter dieser
Konstellation bietet sich die Chance Provokation und Polarisation in
einem progressiven Erkenntnis- und Erfahrungsprozess zu entwickeln, der
durch seine künstlerische Aussagekräftigkeit durchaus
ein bewusst verinnerlichender Baustein der Zeitgeschichte werden kann.
Insbesondere
durch die zielgerichtete Bündelung verschiedenster
zeitgenössisch-künstlerischer Positionen und
Tendenzen werden neue kreative Kräfte freigesetzt, und eine
zeitgemäße, unvorbelastete inhaltliche Diskussion
dadurch überhaupt erst ermöglicht. Die gemeinsame
Ergänzung individueller Erfahrungsschätze bildet
dabei die Basis der Konfrontation mit der Wirklichkeit und der
künstlerisch reellen Auseinandersetzung – um
potentiell progressive Gedankenprozesse auszuformen und im
zeitgenössischen Kontext unmittelbar zu verifizieren sowie im
entsprechenden Medium schließlich künstlerisch zu
formulieren.
Dabei wird von keinem der beteiligten Künstler der Bezug zur
erlebbaren Wirklichkeit aufgegeben.
Christian-H v Gehe, Dresden im Mai 2003
